vorwort

philip wohnt in der friedelstraße. im moment bauen sie in jedem ladenlokal im kiez irgendwas auf. vielleicht ein guter zeitpunkt, chronist zu spielen.

dieses blog hat seit dem 10. februar 2008 einen neuen namen und eine neue domain und heißt nun so wie dieser kiez. gründe sind auch z. b. diese überlegung.

post bitte an philip/lunique/de (weißt ja, wie ne e-mail-adresse auszusehen hat.)

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24 Responses to “vorwort”

  1. 1 Gert (Kadecalix)

    Mal ein paar Worte von einer ganz anderen Perspektive her: Ich hab vor einiger Zeit ein völlig heruntergekommenes Haus in der Donaustr. / Kreuzkölln gekauft. Alle haben mich damals für verrückt erklärt. Jetzt haben wir mit viel Liebe zum Detail, den Charakter des Hauses erhaltend, die meisten Wohnungen saniert. Aber eben OHNE das zu einer Luxusrenovierung zu machen. Die Mieten sind also immer noch günstig, und wir wollten da niemanden vertreiben. Andrerseits sind da manche Ecken schon echt traurig, und da schadet ein bischen Aufwerten auch nicht. Wäre schön, wenn sich die gegend in dieser Richtung entwicklen würde.

    Inzwischen krieg ich andauernd Angebote von Investoren, die das Haus kaufen wollen. Das ist für mich auch ein Indiz, dass sich was ändert, nur muss man aufpassen, dass der Charakter des Viertels erhalten bleibt.

    Natürlich ist auch vieles nicht so ok in Kreuzkölln: Was mich zB nach wie vor total abnervt ind er Gegend sind die vielen „asozialen“ Hundebsitzer, die sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern.

    Das gesamt Viertel wird kommen, davon bin ich überzeugt. Es geht halt gerade los. Wäre schön, wenn hier ein schöner Mix aus Kulturen, Clubs/Bars/Lounges/Cafes, Projekten, Initiativen entsteht, ohne die fast zwangsläufige Schickimickisierung und dass man gleich alle Ureinwohner ausgrenzt, wie es sonst oft passiert ist bei der Veränderung von Stadtvierteln.

    Gert

  2. 2 dmk

    Wäre in Tat nicht schön wenn die Schickimickisierung hier im Kiez stattfinden sollte, glaube aber dass neukölln noch immer neukölln ist, und auch (hoffendlich) erstmal bleiben wird….mit grüssen aus dem kiez….

  3. 3 andrea

    hallo,

    ich find deine webseite wirklich nett…
    einziger haken:
    wieso heißt sie „kreuzkölln“? bringst du das wort neukölln nicht über die lippen?
    noch schlimmer: irgendwelche zugereisten machen jetzt eine kneipe (gegenüber bäckerei liberda) auf.
    3 mal darfst du raten, wie die heißt: „kreuzkölln“ natürlich, sehr originell.
    wozu der euphemismus? schämt man sich, in neukölln zu wohnen?
    ich mich jedenfalls nicht.
    ich will auch nicht, daß es hier bald „ja fast wie in kreuzberg ist“. man kann nur hoffen, daß so viele schickies wie möglich durch die immer noch hier ansässigen ureinwohner abgeschreckt werden.

    es lebe neukölln!

    andrea

  4. hallo andrea,

    ich schreibe genau dazu bald mal einen ganzen artikel, dazu hab ich mir nämlich auch schon einen haufen gedanken gemacht.

    aber soviel schon mal vorweg — eine kneipe „kreuzkölln“ zu nennen, ist natürlich oberlame (oder was man heute dazu sagt).

  5. sorry,
    kreuzkölln klingt eher nach nem marketingbegriff, als nach nem ort, in dem man sich wohlfühlt. aber ist ja nicht mein problem. ihr könnt euch gerne auf der glücklichen reuterkiezinsel verbarrikadieren und prenzlauer berg spielen. mit neukölln hat das rein gar nichts zu tun.

  6. @Flo: so ist das eben. manche fühlen sich halt in ihrer umgebung wohl, egal wie sie heißt. andere halten z.b. shirts mit tollen siebdruckmotiven immer noch für spannend. so hat jeder sein pläsierchen.
    (deinen anderen kommentar werde ich nicht freigeben. wenn du jemanden beleidigen möchstest, sag es ihm persönlich und nicht in meinem blog.)

  7. Find das Impressum nicht, hab aber auch nicht lang gesucht. Jedenfalls, vielleicht interessiert Dich das da: Lesereihe im Ori. Wenn ja, schön. Wenn nein, sorry für den Spam.

  8. hey frédéric, danke für den hinweis — auch wenn ich den flyer schon länger hier liegen habe und heute noch darüber bloggen wollte. gute moscheenreportage letztens, übrigens.

  9. Hallo Philip, – fein, Dein Kreuzkölln!

    Bist dabei! – Willkommen zum Rundgang durch Berlin!

    ————————————————————————————————————————-
    City Walk Berlin – Ein Spaziergang durch die Metropole

    mit über 500 Links!

    ————————————————————————————————————————-

    City Walk Berlin besucht Berliner Orte der Kunst, Kultur und Geschichte.
    Der Spaziergang wird laufend erweitert.
    Mit über 500 Links ist der City Walk Berlin ein Netzwerk der Stadt.

    Sie sind nun auch dabei.
    Hinweise, Tipps, Anregungen und Reaktionen nehme ich gerne entgegen.
    Gerne in den Newsletter-Verteiler aufnehmen.

    Viel Vergnügen
    Matthias Groll

  10. hallo matthias,

    so wie ich das sehe, bin ich nicht „nun“ dabei, sondern schon seit monaten; da fiel mir deine seite nämlich das erste mal in den logfiles auf. da ich deinen virtuellen rundgang für einen sehr schönen überblick für berliner und touristen halte, bist du natürlich herzlich eingeladen, hier per kommentar zu werben, wie du es ja bereits getan hast.

  11. 11 Seba

    Na Glückwunsch zum neuen Namen!

  12. 12 JonnyPanic

    Ach du meine Güte, jetzt hast Du also dem Drang nachgegeben, das Ganze umzubenennen :-) Ich finds irgendwie schade, war doch schließlich der erste Impuls und ne Erklärung hattest Du ja auch dafür. Meiner Meinung nach wird das ganze Namensgeschacher viel zu ernst genommen. Ob nun Kreuzkölln, Reuterkiez, Neubeca oder was auch immer… Wir leben alle gern hier und identifizieren uns halt mit unserem Zuhaus. Jeder sieht was anderes drin, und grad das finde ich spannend. Man sollte gelassen bleiben.

    Aber nichts für ungut. Nun werd ich mal konsequent sein und meinen Favoriten auch umtaufen. Schönes Wochenende!

  13. 13 Micha

    @JonnyPanic: Neubeca ist auch nicht schlecht. Aber wenn schon, dann gleich rischtisch: NeuBeLa = Neukölln below Landwehrkanal. :))

    Aber die Maklerisierung hält schon länger an. Ich hab allerdings bei der Wohnungssuche auch schon mal eine direkt neben dem Aldi-/Lidl-Komplex gehabt, die der guter Herr Wohnungsvermittler in der Zeitung als Kreuzberg inseriert hatte. Der hatte sich das also gleich geschenkt. Obwohl, das war Mitte 2005, da war von Kreuzkölln noch nicht so stark die Rede.

    Was das Gentrifizieren angeht: Ich hab da noch nicht so viel Angst. Immerhin ist die Menge an potenziell deprimierenden Dingen doch noch erheblich. Nicht nur die Hundekacke und die Leute, die ständig an den Baum vor meinem Haus pissen. Da ändert auch nix dran, dass Leute schon mit Mietwagen (=offensichtlich aus anderer Stadt) vor dem Äh vorfahren.

    Vor einem Jahr gab es bei mir in der Sanderstr und der weiteren Umgebung nur ein anständiges Café, sonst nur neonbeleuchtete Männerclubs und Wettbüros. Da finde ich ein bisschen was mehr schon ok, denn für mich heißt mein Kiez auch gerne dort sein. Es kann nicht sein, dass ich für ein Bier oder einen Kaffee oder whatever nach Kreuzberg laufen muss.

    Aber es stimmt schon, man kann ruhig selbstbewusst von Neukölln sprechen. Die einen wissen ohnehin, dass NK mehr ist als die klischeebehafteten Fernsehbilder. Und die anderen versetzt du in einen Art wohligen Schauer und eine Selbstvergewisserung, dass es bei ihnen in Prenzlauer Berg doch so schön ist. Die anderen sind nicht aus Berlin und blicken die Feinheiten ohnehin nicht.

    • … was das «Gentifizieren» angeht …

      Ich habe da sehr wohl Angst. Wir haben zwar fröhlich getrauert, als wir letztens bei 48 Stunden den Blauen Affen beerdigt haben, aber symptomatisch für diese Entwicklung (sie nennen es ja sogar «Kreuzkölln») ist das Sterben einer Tradition (die 1926 begründet wurde) schon.

      s.a. http://www.blaueraffe.de

  14. 15 Maxx

    Cafes,Bars, Lounges usw. alles schön und gut.
    Was ist mit der Problematik der alten Menschen? Wenig Rente, wenig Kaufkraft.
    Mein Bekannter wohnt in der Reuterstr.
    Heute neumodisch Reuterkiez genannt.
    Un sanierter Altbau. Letzte mal so in den 70igern saniert.
    Ofen Heizung. Nacht speicher.
    Das Haus steht seit Jahren zum Verkauf.
    Angebote für eine andere Wohnung würde er gerne annehmen.
    Aus einem ehemals heruntergekommenen Prenzel Berg zu einem jetzt eigenständig, elitär abgehobenem Viertel mit Neu Reich Schickimickis von Anwälten, und sich grün nennenden Politikern bis hin zu Promi Möchtegern who-is-who people, sollte dieser Kiez nicht verhunzt werden.

  15. ich verstehe nicht genau, was du sagen willst. ist es jetzt eine gute oder schlechte sache, dass besagtes haus keinen käufer findet? wenn da eine renovierung angebracht wäre, was wäre so schlimm an einem investor?

    außerdem wüßte ich nicht, was an „reuterkiez“ so neumodisch ist. kieze oder viertel in berlin nach ihren zentralen straßen oder plätzen zu benennen (hier: der reuterplatz) ist nicht gerade neu.

  16. Hallo, bin ein gebürtiger Berliner mit Migrationshintergrund und Reuterkiezler, der 3 Kinder hat und manchmal sich fragt ob er jeh hier wegkommen wird oder soll! Aber ohne mich gegen alle Problematiken dieses Stadtteils gestellt zu haben weg zu gehen finde ich schade, denn es gibt auch meine Geschichte in diesem Kiez und es tut sich was zum Guten.
    Für mich als Vater von 3 Kindern ist dieses Campus Rütli Experiment aktuell, was ich thematisieren will. Ich fühle das ich Ansprüche habe und diese Fordern sollte.
    Campus Rütli soll ein ideales Konzept sein, dann hat es irgendeiner wohl gemerkt was hier los ist und sich dabei gedacht( wo waren Sie vor 30 Jahren, soviel fehlt).
    Ich als Elternteil rufe ,,auf den Anfang kommt es an, denn wir sind die richtigen bei denen man anfangen sollte!“
    Ich werde versuchen Ihnen nah zu bringen wo wir uns in der sozialen Landschaft befinden.
    Wir leben in einem sozialen Brennpunkt, Armut und soziale Ausgrenzung konzentrieren sich in unserem Kiez.
    Hier gibt es zu wenig Arbeits- und Ausbildungsplätze; es gibt zu viele Probleme in Schulen, zu viel Gewalt und Kriminalität, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Spätestens dann, wenn die Kinder in die Kindergärten oder in
    die Schulen kommen, ziehen viele Familien, die es sich noch leisten können, aus diesem Kiez weg. Übrig bleiben die Menschen( Wegziehen ist dessen einziges Ziel), die überwiegend auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, teilweise in der 2. und 3. Generation. Unsere Kinder und Jugendlichen lernen hier von klein auf staatliche Unterstützung als „normale“ Einkommensquelle kennen. Sie bekommen ein falsches Bild von der Gesellschaft.
    Sie erleben, dass sie keine oder nur geringe Zukunftschancen haben. Diese Sichtweise und Vorbilder prägen ihr soziales Lernen. Die Bildungsabschlüsse vieler Jugendlicher mit Migrationshintergrund sind alarmierend schlecht. Diese Situation ist jedoch kein ethnisches, sondern zuallererst ein soziales Problem.
    Der Schlüssel für Chancengerechtigkeit sind Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit, gerade auch für Kinder mit Migrationshintergrund. Bildungschancen sind in Deutschland wie in kaum einem anderen Land von der sozialen Herkunft abhängig. Das Bildungspotenzial insbesondere auch von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird in Deutschland bislang nicht ausgeschöpft. Jeder fünfte Jugendliche ausländischer Herkunft verlässt die Schule ohne Abschluss.70% der Deutschen haben ein mittleren oder höheren Schulabschluß gegen 23% Migranten. Es gilt, die Bildungschancen aller jungen Menschen frühzeitig, also schon im Kindergarten und durch Angebote der Ganztagsbetreuung zu sichern. Denn auf den Anfang kommt es an. In diesem Sinne sind auch Programme erfolgreich, die Ressourcen in den Familien stärken.
    Deshalb muss die gerechte Verteilung von Chancen und die Teilhabe an der Gesellschaft für unsere Kinder und dessen Familien stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.

  17. 18 Martin

    Hey Leute,
    ich mach bald eine Kneipe auf.
    Sie soll Rufmordopfer heißen.

  18. 19 martin02

    @Gerd

    „Wäre schön, wenn hier ein schöner Mix aus Kulturen, Clubs/Bars/Lounges/Cafes, Projekten, Initiativen entsteht, ohne die fast zwangsläufige Schickimickisierung und dass man gleich alle Ureinwohner ausgrenzt,“

    Was für ein Statement. Erstmal: Sogenannte „Ureinwohner“ gibt esbei uns vielleicht in Kleinstädten oder auf’m Land, aber sicher nicht in einer Großstadt, und erst recht nicht in Berlin, wo in den letzten Jjahren über 1 Mill. Menschen „weg-“ und ebensoviele wiederrum „hingezogen“ sind. Der Wandel gehört nunmal in echten Metropolen, insofern man Bberlin als „echte Metropole“ bezeichnen kann, mit dazu. Und das ist ja auch eben einer der mitbestimmenden Anreiße gfür Menschen in eine Großstadt zu ziehn, eben der Wadel und das Unstehte als Solches. Zweitens, „Clubs/Bars/Lounges/Cafes, Projekten, Initiativen“ werden nunmal eben bevorzugt von einem bestimmten Klientel mit einer bestimmten Bildung, Habitus und Alter besucht. Und dieses Klientel gehört überwiegender Weise zu de, Menschentypus, die man allgemeingeläufig als „Schickimicki“ bezeichnet, oder willst du behaupten, dass derartige von dir aufgezählte Freizeitunterhaltungsangebote von Berliner oder Touristen besucht werden, wie ansonsten den Musikantenstadl, oder die Richterin Vera-Bärbel am späten Nachmittag frönen? Und zu guterletzt, Menschen unterschiedlicher Gesellschaftschichten/gesellschaftlicher Herkünfte haben eben auch unterschiedliche Alltagskulturen. Also, was ist/wäre dann so schlimm, wenn in deinem Kreuzkölln nicht nur Berliner mit unterschiedlichen ethnischen, sondern auch unterschiedlichen sozialen Kulturen leben würden? Also nicht nur arme, ungebildete Deutsche, Türken, Bosnier, Polen, Vietnamesen, usw, usf, unter sich, sondern diese auch mit bessergebildeten und wohlhabenderen Deutschen, Türken, Bosnier, Polen, Vietnamesen, usw, usf, aus der Mittel- und Oberschicht gemeinsam mit- und untereinander? Das sollte doch in einer „multikulturellen“ Stadt wie Berlin kein ernsthaftes Problem darstellen, oder? Oder hast du vielleicht Vorurteile und Ressentiments gegen Mittel- und Oberschichtlern? Hoffentlich mal nicht.

  19. „Clubs/Bars/Lounges/Cafes“ gehören nach Prenzlberg. Neukölln braucht gemütliche Kneipen!

    @martin02: Es geht doch gar nicht um „Mittel- und Oberschichtler“, sondern um diese Yuppie-Freaks, die bisher über den vermeintlich typischen Durschnittsneuköllner die Nase rümpfen, sicher aber in ein zwei Jahren zum „Abenteuer Kreuzkölln“ aufbrechen.

    Aber in meinem Schillerkiez hab ich ja noch etwas Sicherheitsabstand. Könnte aber auch vorbei sein, wenn das halbe Tempelhofer Feld mit schicken Büros und Wohnungen in grüner Innenstadtlage zugebaut wird.


  1. 1 gentrifikation ohohoh « kreuzkölln alias reuterkiez
  2. 2 Depri in Neukölln | Fenster zum Hof
  3. 3 Vergesst “Kreuzkölln” | Fenster zum Hof
  4. 4 Neukölln hör auf zu rocken und gib uns lecker Schawarma! // elser

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