andersdenkender go home

18Nov08

nur weil diese lose geografische klammer hier als „kiez“ bezeichnet oder wahrgenommen wird, heißt es ja nicht, dass sich plötzlich alle lieb haben müssen, klar. aber wie bescheiden ist es denn, wenn man einen kneipenwirt aus dem kiez auf einer anonymen anti-seite bei myspace disst (die ich hier nicht verlinke)?

schon mal bemerkt, wie arm es ist, wenn man sich nur über das definiert, was man ablehnt? habt ihr schon mal von „leben und leben lassen“ gehört, und davon, dass man sich auch einfach aus dem weg gehen kann, wenn das mit der kommunikation nicht klappen will?

ich habe ehrlich keine ahnung, ob sich der beschuldigte wirklich etwas zu schulden kommen lässt, ich war schon lange dort nichts mehr trinken. aber ähnlich wie andere anti-schwaben-kampagnen und dergleichen ist so etwas eine ganz platte masche. feigheit gepaart mit dummheit – ihr seid echt tolle musterbürger, wenn ihr euch herausnehmt zu entscheiden, wer hier mitspielen darf und wer nicht.

habt ihr nichts anderes zu tun?

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12 Responses to “andersdenkender go home”

  1. 1 der Abel

    Gut, das hier mal einer auf den Tisch haut.

    Wohl gesprochen, ganz meine Meinung, Chef!

  2. 2 jonnypanic

    Naja, ich bin absolut Deiner Meinung. Aber mancher Kommentar, der hier zu gewissen Themen abgelassen wurde, steht dem in nichts nach…
    Die Masche „ablehnen, was irgendwie geht“ hat doch so einige Verehrer.

  3. Hm, für denjenigen, der nicht weiß, worum es genau geht (also für mich), ist die Dresche für „uns“ nicht ganz so anders wie die Dresche für welchen Kneipier auch immer. Es lässt sich nicht mla nachvollziehen, ob Dein Ärger und Dein Pauschalanwurf an „Musterbürger“ irgendwie Substanz haben oder gerechtfertigt sind. Keine Sternstunde …

  4. 4

    Ich glaub ich spinne,
    habt ihr nichts verstanden? es geht nicht darum zu entscheiden wer mitspielt und wer nicht! Alles was ich als so ein Musterbürger erwarte; entspannt euch mal und denkt ein bisschen weiter! Durch den Berlin-Neukölln-hype geht einfach viel zu viel kaputt!
    Alle sind willkommen aber bitte kommt mit einem Funken Respekt! Trampelt hier nicht alles nieder in diesem rasanten Tempo, weil wenns dann soweit ist das die Mieten zu teuer sind usw. dann seid ihr schon in der nächsten Stadt(teil) und kümmert euch einen Scheißdreck! Aber einige sind schon immer hier, wollen hier auch bleiben und ihre Kinder wiederum hier großziehen. dann sagt mir so´n Kunststudent, „na und dann bin ich ja nich mehr hier!“ Geil_ denk einfach nach und führ dich nicht so auf als hättest du ne Nische entdekt und bist deswegen „underground“. Entspann dich, mach ganz labgsam dein zeug und geh n Bier trinken!
    Warum zu Teufel brauchst du aber so viele Kneipen du trinkst doch nur Eins!
    Im großen und ganzen siehts doch so aus, dass jeder weiß, hier kann man Geld rausholen, und das machen Alle und schimpfen sich währenddessen Künstler und Intellektuelle!
    Da könnt ich kotzen! Merkt Ihr nix? Und dann soll ich mir dann auch noch meine Meinung über dieses Thema von dir verbieten lassen?
    „Von wegen Leben und leben lassen!“
    Wer neutral ist, ist tot!!!!!!!!!!!!!!!!!

  5. ich weiß, ich weiß. passt nich wirklich hier rein. aber dennoch:
    wurde heute während meiner barschicht im ori meines telefons beraubt. wurde letzten sonntag auf dem hermannplatz mit einem messer bedroht. werde wohl bald weg ziehen. aber neukölln rocks!!! cheers, h.

  6. @hÄ: ich versteh nicht ganz, was du eigentlich sagen willst. wer verbietet wem was?

    und scheiße, das im ori. heute abend, während der lesung? mann, so ein scheiß.

  7. ja, während der lesung. oder besser gesagt kurz danach. ist aber halb so wild. ich benutze meine handy sowieso kaum. was mich wirklich wurmt ist der „hey-ich-zeig-dir-mein-messer-jetzt-gib-mir-dein-geld“ vorfall auf dem hermannplatz. vor allem weil der übeltäter maximal 14 jahre alt war. aber das ist wohl so’n generelles berliner ding. ich werd das morgen (heute) auf der informationsveranstaltung für gewerbetreibende mal ansprechen. greetz, h.

  8. jo, ich werde auch da sein.

  9. 9 der Abel

    Hm, hÄ?!

    Ehrlich gesagt sind Deine Gedanken so konfus, das ich mir lang überlegt habe, ob es überhaupt Sinn macht darauf einzugehen, da sie doch recht eingleisig und unausgegoren sind. Ich versuch’s trotzdem mal, schließlich scheint es Dir ja ernst zu sein und vielleicht gibt es ja noch Hoffnung…

    „Wir sollen uns also entspannen und ein bißchen weiterdenken“?
    Wir haben nachgedacht und sind relativ entspannt, während Du hier aufgeregt mit Ausrufezeichen jonglierst.

    Es geht also etwas kaputt hier in Neukölln? Ich frage mich, was genau denn kaputt geht. Die Geschichte von 1/3 ORi zeigt doch ganz deutlich, das vieles noch beim Alten ist und wir uns immer noch über halbstarke, messerschwingende Jugendliche freuen dürfen, als das wir in Gefahr laufen, von schwadronierenden Vergnügungssüchtigen zu Tode getrampelt zu werden.

    Dein Weltbild strotzt vor Feindbildern und lässt kaum Platz für konstruktive Ideen. Auf der einen Seite gibt es die Guten, die sich im „alten“ Neukölln wohlfühlen, die schon immer hier waren, hier Kinder großziehen wollen und mehr als zwei Kneipen im Kiez für eine großkapitalistische Heuschreckenplage halten, auf der anderen Seite gibt es da die unbedachten, respektlosen Kunststudenten, die hier (kurzfristig) wohnen, weil sie „underground“ sein wollen und sich nicht um die „alte“ Neuköllner Kultur (wie genau soll die eigentlich aussehen?) kümmern, sowie die raffzähnigen, intellektuellen, gierigen (in Deinen Augen mit Sicherheit schwäbischen) „Künstler“-Geschäftsleute die ausschließlich hergekommen sind, um hier die dicke Kohle abzusahnen.

    Mal ganz ehrlich, das willst Du mir als Weltsicht eines Menschen verkaufen, der „ein bisschen weitergedacht“ hat?

    Über vergnügungssüchtige, respektlose Kunststudenten kann man ja zurecht die Nase rümpfen, nur wie genau, will wer genau, ihnen denn Respekt beibringen?
    Noch dazu, kann der Kneipier ja nichts für seine Gäste, oder soll er einen Türsteher anheuern, der vorher die nötige Gesinnung erfragt und Respekt einfordert, damit Gästen, wie Dir, nicht die Galle hochkommt?

    Sich allerdings über die geldgeilen Gastronomen (die sich unter dem Deckmäntelchen der Künstler und Intellektuellen verstecken) auszulassen, die hier reich werden wollen, ist schlichtweg lächerlich und hanebüchen. Man muss sich ja nur mal anschauen, wer die bösen Gastronomen sind. Es ist nämlich kein einziger dabei, der normalerweise in Mitte wohnt, nebenher noch drei Cafes im Prenzlberg unterhält, kurz- aus rein wirtschaftlichen Interessen handelt- und sich abends, die vom vielen geldzählen, wunden Finger maniküren lässt. Alle Kneipiers der hier rechts verlinkten Läden, wohnen schon ein paar Jährchen hier und machen Kneipen, weil es sie vorher nicht gab und es ihnen ein Bedürfnis ist. Weder hab ich den Chef vom Ä bisher im Ferrari vorfahren sehen, noch glaube ich, das die Kuschlowskiinhaber am liebsten ihre goldenen Wasserhähne polieren oder die Jungs vom Raumfahrer am Wochenende ins Kasino nach Monaco fahren um ihre dicken Geldbündel zu verzocken.

    Letztlich würde mich interessieren, lieber hÄ, ob ich, der ich seit 10 Jahren hier wohne und die derzeitige „Bewegung“ mehr als begrüsse, Deine Erlaubnis hätte n o c h eine Kneipe zu eröffnen? Dürfte ich schwarze, bequeme Ledersessel darin platzieren, oder würde der Flair des „alte Neukölln“ dadurch zu sehr beschädigt werden? Sind meine 10 Jahre schon genug, um als schon „immer hier“ gerechnet zu werden, oder muss ich noch 10 Jahre warten, bis ich Cocktails ausschenken darf? Darf ich überhaupt Cocktails ausschenken oder ist das zu wenig „down to earth“? Und was ist, wenn meine Kneipe läuft und ich nach zwei Jahren nach Kreuzberg ziehe und dort meine Kinder großziehe? Muss ich die Kneipe dann wieder zu machen?

    Ich will gar nicht so tun als ob man sich über die derzeitigen Entwicklungen nicht ernsthafte Gedanken machen sollte, das einem die Angst kommen kann, sich in der Weserstraße zu fühlen, als wäre man auf der Simon Dach. Das will kein Mensch und Gott-sei-Dank ist es nicht annähernd soweit.Ich denke, wir hoffen alle, das es nie soweit kommen wird. Nur hilft es nichts, sich darüber aufzuregen, das „rasante Tempo“ anzuprangern und die Gefahr des geldgeilen Yuppies an die Wände zu sprühen. Denn letzendlich führt alles zu der von phillip formulierten Frage zurück: Wer darf und wer darf nicht? Wer bestimmt, das jemand darf? Wer reguliert, wie das Tempo? Wer trichtert Respekt ein und wer bestimmt, wann „das Boot voll“ (mir schaudert bei diesem Zitat) ist?

    Aus Neukölln wird, was aus Neukölln wird. Was genau ist denn Dein Vorschlag, hÄ? Geschmackspolizei? Kneipenquoten? Einbürgerungstests für Kunststudenten? Scheiben einschlagen? Spanische Rucksacktouristen vermöbeln?

    Für einen weitsichtigen Menschen, für den Du Dich mit Sicherheit hältst, hast Du erschreckend konservative Gedanken.

    Neutralität mag für Dich der Tod sein, heißt das, Du fühlst Dich lebendig, weil Du dagegen bist? Wie erbärmlich. Ich bin „dagegen“, also bin ich? Wenn das Dein Motto ist, dann geh doch (echte, oder virtuelle) Steine werfen, aber bitte nicht vor meiner Haustür, ich fühl mich nämlich -wie Du- auch als einer der schon immer hier war. Nur habe ich Respekt vor Leuten die Kneipen, Galerien, oder sonstwas aufmachen, die sind nämlich nicht neutral, auch sind sie nicht dagegen, sondern sie t u n etwas. Sie gestalten. Aus welcher Motivation heraus auch immer. Es wird Dir nichts anderes übrig bleiben, als das zu akzeptieren. Oder selbst zu gestalten. Dagegen sein kann jeder.

    (Eins sei noch erwähnt: Leider kenn ich die ominöse myspace Seite überhaupt nicht, denke aber der Inhalt wird weitgehend durch philips Eintrag und hÄs Antwort klar und erlaube mir folglich, trotzdem eine Meinung zu haben. Ich will ja nich neutral sein…)

  10. 10 der Abel

    Puh, wasn Riemen…

  11. 11 naspeth

    … aber ein sehr guter!
    danke für den echt guten beitrag!

    ich vermute mal das hÄ auch viel davon hält seine umwelt aktiv zu gestalten und auch ganz vorn mit dabei ist wenn es mal wieder darum geht „freiräume zu schaffen“ – in denen er dann aber warscheinlich (wie so offt selbst sebst erlebt und beobachtet) mit seinen FreundInnen unter sich bleibt.

  12. Ich finde jeder sollte sich eine eigene Meinung bilden zu dem Thema! Dazu müsste man aber alle Information zu dem Thema haben. Wer von uns hat das schon? Die Angst vor Mietsteigerungen und Yuppiesierung des Kiezes ist da, sollte aber nachbarschaftlich geregelt werden. Soll der Kiez zugemüllt und No-Go -Area bleiben, damit die Mieten hier nicht steigen? Ich kann an den destruktiven Graffitis nichts besonderes finden. Wer Zustände verändern will, zum positiven, sollte sich mit anderen zusammen schliessen und seinen Arsch bewegen. Aufrufe hierzu hängen im Kiez genug rum, liebe Nachbarn!


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