die neue parallelgesellschaft

13Jan08

die leser mal wieder: wissen wohl immer schon genau, was ich noch auf meiner liste stehen hatte. so auch mirko von watchberlin, der mir in den kommentaren einen film seines arbeitgebers zum thema (nicht)raucherschutz in berlin empfiehlt:

Als Raucherin unterwegs in Berlin bei watchberlin (einbetten geht hier dank kostenlosbloggen nicht.)

das passt hier insoweit zum thema, weil es am ende auch ums ä geht, in dem man jetzt wohl den hinteren raum (wo auch immer die musikveranstaltungen stattfinden) zum raucherraum umdeklariert haben. so sieht’s also dort aus.

wie sieht’s denn anderswo aus? ich muss zugeben, dass ich dieses jahr noch nicht allzu viele etablissements im kiez besucht habe. im phở huế kann man im hinteren raum rauchen, eine abtrennung ist dort aber nicht vorhanden. im ori muss man rausgehen (was bei der lesung auch gut 60% aller besucher machten), im neuen goldberg (ex-„kreuzkölln“ in spe) war ich zwar gestern, kann’s aber nicht sagen (immerhin ist auch dort ein nicht abgetrennter zweiter raum vorhanden). ansonsten war ich in den letzten zwei wochen noch nirgends.

und da meinungen ja gerade populär sind; hier ist meine: ich bin nichtraucher und finde es sehr angenehm, nicht mehr mit der größten selbstverständlichkeit zugequalmt zu werden. lunge, kleidung und kontaktlinsen danken sehr. ich finde aber auch, dass man selbst die wahl haben sollte, wie man sich selbst schädigt und hätte es bevorzugt, wenn der gesetzgeber die möglichkeit von raucherkneipen offen gelassen hätte. ich finde, dass mit dem nichtraucherschutzgesetz in seiner jetzigen form auch eine gewisse kultur von molle und kippe zerstört wird, die zwar nicht meine ist, aber die anderen menschen sehr viel bedeutet. (nicht zuletzt weil sie weniger lebenszeit haben, diese auch zu genießen, ähem.)

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9 Responses to “die neue parallelgesellschaft”

  1. 1 Ben

    Jo mag sein – aber dann hätte sich jede Kneipe, vielleicht mit Ausnahme irgendwelcher schicker Lounges in Mitte, sofort zur Raucherkneipe erklärt, und wir wären wieder da, wo wir am Anfang waren.

    Meine Erfahrungen aus Neukölln sind, es wird munter weitergequalmt. Im Ä wurde in beiden Räumen geraucht, im Freien Neukölln ebenso, im Huble Guble hat sich auch keiner dran gestört. Gestern war ich aus und heute stinke ich wie eh und je. Muss anders werden.

  2. ja, nee, also: das wäre dann, so stelle ich mir das vor, ja mit diversen auflagen verbunden; also nur möglich für kneipen bis x quadratmeter (für kleine x), wo nur der inhaber plus max. ein angestellter arbeitet bla bla. das formulieren diverser regelungen ist ja tendenziell nicht das problem bei entscheidern; sowas hätte man auch hinbekommen. ich schätze, die inhaber haben auch keine entscheidende lobbyarbeit betrieben.

    aber ich kann deinen frust verstehen; ich wüßte auch nicht, wie ich mich verhalten soll. ich mag ja auch nicht den korintenkackenden spießer spielen, der gleich mit dem gesetz wedelt. bis im juli die verstöße geahndet werden (sollen), kann man das gesetz auch vermutlich auch noch als nichtexistent bezeichnen. ich hoffe auf wirte, die ihren gästen entsprechend klare standpunkte vorgeben und auch durchziehen. ich finde, man kann jetzt schon als inhaber punkten, wenn man das verbot durchzieht oder eben nicht, aber dann wenigstens konsequent. das führt dann zu de-facto raucher- und nichtraucherkneipen, spart aber im wesentlichen unnötige aufregung.

  3. ach ja, und eben bin ich am ringo in der sanderstraße vorbeigefahren; da innen keine aschenbecher standen und draußen zwei raucher saßen, kann man wohl davon ausgehen, dass dort schon rauchfreiheit (hehe, doppeldeutig) existiert.

  4. Hartes Leben! Im Mona Lisa gibt’s jetzt im hinteren Teil eine Lounge – die ist voll, vorne ist es meist leer. Das Maybach ist komplett rauchfrei, der Grieche an der Ecke Hobrecht/Pflügerstr. (Odysseus? Olymp?) hat auch eine „Lounge“, die eher an eine Quarantänestation erinnert. Der Billiardsalon am K-Damm ist jetzt nur für „Mitglieder“, gegen 1 EUR Jahresgebühr darf überall gequalmt werden. Sogar das antiquierte Sanderstübl hat nur ganz verschämt ganz hinten einen ganz großen Aschenbecher, wie ich beim Vorbeigehen sah. Das Ringo – Wunder über Wunder – ist in der Tat rauchfrei.

    Tja, selbst in Charlottenburg im einst so nebligen Café Hardenberg darf man vor der Tür rauchen … Mal schauen, was bis Ende Juno so passiert, mir ist es im Grunde völlig egal.

  5. 5 Miro

    Ich noch nochmal. Als Nur-wenn-ich-Abends-weggehe-Raucher fänd ich es schöner, die Wahl zu haben, ob ich in eine Raucherkneipe gehe oder nicht, ob ich also rauchen will oder nicht. Denn neulich im Ringo hat es nicht unbedingt Spaß gemacht, vor der Tür bei -30°C (gefühlt) zu rauchen. Da lässt man es dann einfach. Auch gut. Lunge freut sich, Klamotten freuen sich, das Portemonnaie auch. Im Kinski rauchen sie vergnügt weiter, und im Fuchsbau (ja, is schon übern K-Damm rüber) ist der größte Teil zum Rauchen freigegeben und nur hinten in einem kleinen Raum ohne Musik und mit ungemütlicher Beleuchtung darf nicht geraucht werden, wobei es keine Tür oder sowas gibt, die den Rauch abhält. Auf Nachfrage meinte der Barmann, dass sie sich bis Ende Juni einen Dreck darum scheren werden und dann… ma kuckn. Naja, im Sommer wird dann sowieso alles anders. Dann sind eh alle draußen.

    Übrigens, bin ich hier in erster Hinsicht freudiger Leser der ersten Stunde und nur in zweiter oder dritter ein Arbeitnehmer bei WatchBerlin. Fühle mich dennoch irgendwie ertappt. :S

  6. das goldberg (reuter-/pflüger) scheint doch noch zu den unentschlossenen zu gehören — als ich eben ein bierchen dort trinken war, wurde auch dort geraucht und an der theke wartet auch eine armada von aschenbechern auf ihren einsatz. bisschen komisch; wenn ich jetzt gerade neu eröffnet hätte, würde ich mir doch nicht für sechs monate noch die tapeten ruinieren lassen.

  7. Willste mal nen guten blog sehen? meine mail haste ja…;-):

    kuenstlergegendenkrieg.blogger.de

    ABER NICHT VERRATEN. ich hab nämlich auch nen communicator. p1i oder irgend so etwas.

  8. ich hab keine ahnung, wovon du redest. und es heißt „das blog“.

  9. und es heisst auch nicht: KREUZKÖLLN, sondern REUTERKIEZ!

    WILLSTE NE QUELLE (WEGEN RECHTSCHREIBUNG).

    ups. doch nichts bei google zu finden. das ist natürlich eine paralelle.

    grüße –

    PS: alles ok. war nur nen scherz wegen „KREUZKÖLLN“.


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